Kosten optimieren  Geschäftsmodelle absichern   Digitalisierung gestalten   Zukunft denken

Industrie 4.0 oder die vierte industrielle (R)evolution

Wo Sie auch hinhören: 4.0 ist in. Wenn es um die Digitalisierung geht, erscheint es in fast jedem Kontext, man spricht von Industrie 4.0, HR 4.0, Marketing 4.0, Vertrieb 4.0. Warum eigentlich? Und steckt mehr dahinter als ein Trend? Ausgangspunkt der 4.0-Rhetorik war das Bestreben, die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch die umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion zu sichern. Mit dem Begriff Industrie 4.0 wurde die vierte industrielle Revolution ausgerufen, die wie ihre Vorgänger tiefgreifende wirtschaftliche, aber auch soziale Veränderungen mit sich bringen wird.

Die erste industrielle Revolution lösten im 18. Jahrhundert mit Wasser- und Dampfkraft angetriebene Maschinen und Anlagen aus. Ein Jahrhundert später ermöglichte der Wechsel auf elektrische Antriebstechnik die automatisierte Fließbandproduktion und damit die zweite industrielle Revolution. Produktionsgüter konnten in Masse zu deutlich günstigeren Preise gefertigt werden. Der Grundstein des Kapitalismus war gelegt und brachte Wohlstand in Teile der Gesellschaft. Nach wieder rund 100 Jahren, im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts, setzte mit der elektronischen Informationsverarbeitung die dritte industrielle Revolution ein. Sie erlaubt bis heute immer komplexere Automatisierungslösungen und dauert mit steigendem Beschleunigungsfaktor gerade mal 40 Jahre an. Die fortschreitende Verschmelzung von Produktions- und Informationstechnologie schafft nun neue Möglichkeiten der Interkonnektivität: Die angesagte vierte industrielle Revolution zielt auf den automatisierten Datenaustausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette und damit auf die hocheffiziente Steuerung der Zusammenarbeit von Maschinen, Anlagen und Menschen über Algorithmen. Verbunden damit wäre eine mögliche Rückentwicklung der Massenproduktion hin zu individuell auf den Nutzer zugeschnittenen Gütern und Leistungen. Die Erwartungen in die Technologien sind hoch, ob die Revolution hält, was sie verspricht, wird sich aber erst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zeigen.

 

Industrie 4.0

Als zukunftsorientiertes Unternehmen verfolgen wir bei Müller - Die lila Logistik mit Spannung das Thema. Denn ob revolutionär oder evolutionär, die Digitalisierung wird das Supply-Chain-Management verändern: Alle Akteure, die in der komplexen Lieferkette bislang teils unabhängig voneinander agieren, werden dann vernetzt, in hoher Geschwindigkeit zusammenarbeiten und über eine gemeinsame Infrastruktur Informationen in Echtzeit austauschen. Die damit sinkenden Fehlertoleranzen werden parallel ein automatisiertes Qualitätsmanagement erfordern, mit umfassender Kennzahlenauswertung ebenfalls in Echtzeit. Alles in allem werden dabei Datenmengen verarbeitet, die noch vor einigen Jahren undenkbar waren. Eine Herausforderung, die zwar immens, aber aus unserer Sicht auch chancenreich ist.

Auch wenn sich die Entwicklung aktuell noch in den Kinderschuhen befindet, gehen Prognosen davon aus, dass sich in einigen Jahren die Logistikkosten mittelständischer Unternehmen um rund 10 Prozent reduzieren lassen: Durch die Nutzung von ERP-Systemen, die Datenmassen intelligent in handlungsrelevante Daten umwandeln. Durch Supply-Chain-Management, das als Schnittstelle aller Material- und Informationsströme die optimale Übersicht gewährt. Durch die Steuerung der gesamten Logistikkette über Fourth Party Logistics Service Provider. Der forcierte Informationsfluss wird aber nicht nur zur Kostenoptimierung beitragen, sondern auch Transparenz und Vergleichbarkeit schaffen. Benchmark-Analysen werden dann zu Echtzeit-Modulen im Tagesgeschäft. Und moderne, informationsdurchlässige Wissensmanagementsysteme werden helfen, abteilungs-, standort- oder unternehmensübergreifend die Effizienz zu steigern und Verschwendungsbaustellen, z. B. an der Schnittstelle zwischen Logistik und Produktion, automatisiert aufzulösen.

Letztendlich bleibt nur die Frage: Wie schnell sind wir bereit, diesen Umbruch zu akzeptieren und mitzutragen? Verhindern können wir ihn nicht. Wir werden lernen müssen, dass Daten nicht lügen, dass sich Märkte und Geschäftsmodelle rasant beschleunigen und dass die Digitalisierung Bisheriges nicht einfach fortschreibt, sondern Fremdes, Neuartiges mit sich bringt. Zum Beispiel maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz.


Künstliche Intelligenz und ihr Streben nach logistischer Perfektion

Die Idee der künstlichen Intelligenz (KI) gibt es schon lang, wissenschaftliche Forschung dazu seit Mitte der 1950er-Jahre. KI ist Chance für den Menschen, bedroht aber auch die menschliche Arbeitskraft. In vielen Bereichen kann und wird sie die menschliche Interaktion ersetzen. Das Supply-Chain-Management könnte sie revolutionieren, da die Prognosefähigkeit von Absatz und Umsatz durch ihren Einsatz maßgeblich steigt. Durch das intelligente Matchen unendlich vieler Daten lässt sich eines Tages vielleicht belastbar voraussagen, ob und wie viele Schokoladennikoläuse sich in Südafrika bei stabiler Wetterlage verkaufen werden. Die Realität ist schon überraschend nah dran: Mit der richtigen methodischen Kompetenz lassen sich insbesondere im B2C-Segment tatsächlich schon Algorithmen schreiben, welche die Trends von morgen vorhersehen können. Gerade bei gering wertschöpfenden Logistikprozessen, wie beispielsweise im C-Teile-Management, wird KI vieles einfacher, weitaus genauer und kosteneffizienter machen.

Zu Beginn wird KI voraussichtlich in logistischen Routineprozessen eingesetzt werden. KI strebt nach Perfektion und ist in ihren Analysen und Entscheidungen schneller und sicherer als der Mensch. Sowohl was den Umgang mit Fehlern als auch die Planung, z. B. die Berechnung von Nachfragemustern, die Ermittlung von Ladezeiten, die Auswahl kosteneffizienter Frachtwege oder Transportunternehmen, angeht. Langfristig gesehen werden Optimierungs- und Planungsprozesse durch KI schnell, zuverlässig und in Echtzeit ablaufen.

Forschung und Wirtschaft werden die Entwicklung vorantreiben. Schon jetzt ist absehbar, dass in den nächsten Jahren weltweit Milliarden investiert werden. Ob und wie schnell sich damit tatsächlich Erträge erwirtschaften lassen, werden die ersten Pioniere zeigen.

 

Künstliche Intelligenz

 

Industrie 4.0 als Chance

In unserem Buch VORDENKEN hat Ulrich Sendler unter dem Titel “Ein möglicher Exportschlager made in Germany – Industrie 4.0 als Chance” das Thema eingehender beleuchtet. Gerne können Sie sich die Datei herunterladen.

Als umsetzungsorientiertes Beratungsunternehmen sind wir gespannt, wie schnell die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Supply Chain voranschreiten wird. Vor diesem Hintergrund beschäftigen wir uns täglich mit den Veränderungen des Marktes. So ist es für uns wichtig ein starkes Netzwerk zu pflegen und den Blick in die Zukunft zu wagen.

In den eigenen Kompetenzzentren von Lila Consult spielt es dabei eine große Rolle, dass wir uns stetig neu ausprobieren und auch die Potentiale erkennen, wann es sinnvoll ist neue Technologien einzusetzen. Dazu gehört es aber auch zu erkennen, wann vielleicht auch bereits etablierte Technologien den größeren Vorteil bieten. Genauso wichtig ist uns aber zu erfahren, was Sie in Ihrem Unternehmen davon halten und sich langfristig davon erwarten. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns auf den Diskurs mit Ihnen.